Deutsche Hallen- und Winterwurf- Meisterschaften der Senioren in Erfurt

von Peter Künstler

‚Shit happens‘, das war der Gedanke, als ich mich letzten Freitag auf den Weg nach Erfurt zu den Deutschen  Senioren-Leichtathletik-Hallen-und Winterwurf-Meisterschaften machte.

Meine Leistungen bei der Generalprobe 3 Wochen vorher in Hamburg ließen positive Erwartungen aufkeimen.  Aber dann:  Eine Woche vor dem Erfurter Termin erwischte mich ein kapitaler ‚Hexenschuss‘. Klassische Hausmittel und vorsichtige ärztliche Behandlung (Achtung: Doping!) halfen nur wenig zur Linderung der Schmerzen bei Bewegungen. Frust und gedrückte Stimmung stellte sich bei mir ein. Ich bin trotzdem gefahren!

Erste Disziplin Weitsprung:  Die Schwierigkeiten mit dem Anlauf ohne entsprechende Trainingsmöglichkeiten setzten sich fort. Erst im 5. Versuch konnte ich meinen Anlauf stabilisieren und mich mit 3,45 m auf  Platz 2 verbessern, und dabei blieb es. Mit dem Vizetitel war ich sehr zufrieden!

Im Hochsprung hatte ich mir nach der Leistung von Hamburg große Chancen auf den Titel bei den ‚Deutschen‘ ausgerechnet. Wie lange würde der Rücken mitspielen?  Bei 1,16 m war ich plötzlich nur noch alleine im Wettkampf. Meister-Titel! Danach habe ich den Wettkampf abgebrochen, um meinen Rücken zu schonen.

In den Sprints über 60 und 200 Meter war das Handicap besonders spürbar. Ich landete nur im Mittelfeld und habe meinen Startplatz in der 4x200m-Staffel der National-Auswahl  mit dem Angriff auf den Europarekord zurückgegeben.

Dadurch war es möglich, am Hammerwerfen teilzunehmen, das zeitgleich mit der Staffel  angesetzt war. (Klar: welcher Hammerwerfer ist schon schnell genug, um in der National-Sprintstaffel zu laufen). Auch hier hatte ich Anlaufprobleme;  die Überwindung des Schmerzpunktes und die sich daraus ergebenden Schon- bzw. Ausweichbewegungen waren für den komplizierten Bewegungsablauf Gift. Erst im 5. bzw. 6. Versuch lief es  einigermaßen rund und ich konnte dem Seriensieger Peter Speckens noch hart auf den Leib rücken. Silber war der Lohn!

Resümee: Mit einem Meistertitel und zweimal Silber war ich unter diesen Umständen mehr als zufrieden. Schau’n wir mal, was der Sommer bringt!

Es war eine wie immer in Erfurt  gut organisierte Veranstaltung, allerdings mit einem unangenehmen Beigeschmack: Am Samstag fand im Stadion nebenan das Drittliga-Fußballspiel von RW Erfurt statt. Unmengen von Polizisten, Ordnern, Rettungsdienstkräften waren im Einsatz. Frustrierte Fans (???) versuchten in die LA-Halle zu kommen oder die Außenanlagen für Hammer-, Speer- und Diskuswurf zu  blockieren. Die Ordnungskräfte schienen nichts dagegen zu haben.

Euer Kurt Winkelhake

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